Hölderlin:

Johann Christian Friedrich Hölderlin (* 20. März 1770 in Lauffen am Neckar, Herzogtum Württemberg; † 7. Juni 1843 in Tübingen, Königreich Württemberg) zählt zu den bedeutendsten Lyrikern seiner Zeit.

Ab 1794 studierte er bei Johann Gottlieb Fichte an der Universität Jena. Dort lernte er Goethe und Schiller kennen. Im Mai 1795 verließ Hölderlin die Universitätsstadt fluchtartig, weil er glaubte, sein großes Vorbild Schiller enttäuscht zu haben.

Die Tübinger Hymnen (1790–1793)

Hölderlin war begeistert von der Französische Revolution. Er begann sich mit Kants kritischer Philosphie auseinanderzusetzen und las intensiv griechische Literatur. Das antike Griechenland stellte das Leitbild dar, das Hölderlin der Unterdrückung seiner Gegenwart entgegensetzte. Die frühen Tübinger Hymnen feiern die Befreiung der Menschheit und bleiben gleichzeitig den Harmonievorstellungen des 18. Jahrhunderts treu.

Hölderlins Spätlyrik (1800–1806) in Form der späten Hymnen haben seinen Ruhm im 20. Jahrhundert begründet. Hölderlin wähnte sich nach der französischen Revolution in einer Zeit der Götterferne.

Am 11. September 1806 wurde Hölderlin mit Gewalt nach Tübingen ins Universitätsklinikum gebracht. Spätestens von diesem Zeitpunkt an galt Hölderlin allgemein als verrückt. Rückblickend scheint die anschließende Behandlung in vielen Phasen traumatisch gewesen zu sein; was das psychische Befinden Hölderlins sicherlich kaum verbesserte.

1807 wurde er mit der Aussicht auf nur wenige weitere Lebensjahre entlassen und bewohnte eine Turmstube oberhalb des Neckars (Hölderlinturm).

Uhland:

Johann Ludwig „Louis“ Uhland (* 26. April 1787 in Tübingen; † 13. November 1862 ebenda) war ein deutscher Dichter, Literaturwissenschaftler, Jurist und Politiker. Er war Abgeordneter im ersten gesamtdeutschen Parlament, der Frankfurter Nationalversammlung.

Am 3. Mai 1830 hielt Uhland seine erste Vorlesung als Professor für deutsche Sprache an der Universität Tübingen.

Seine Studenten waren angetan von seiner Persönlichkeit und seiner Begeisterung für das Fach. Uhland arbeitete intensiv auf dem noch jungen Gebiet der germanistischen Mediävistik (damals als „Altgermanistik“ bezeichnet) und trug zum Siegeszug dieser Disziplin bei.

Im Revolutionsjahr 1848 wurde er mit mehr als 90 Prozent der Tübinger Stimmen zum Abgeordneten der Nationalversammlung gewählt. Dort vertrat er hauptsächlich Linke bzw. demokratische Standpunkte, schloss sich aber keiner Fraktion an.

Nach einigen Jahren kehrte er nach Tübingen zurück und wurde wieder als Privatgelehrter tätig. Er widmete sich erneut seinen wissenschaftlichen Studien, betrieb Sagenkunde und reiste.

Mörike:

Eduard Mörike wurde am 8. September 1804 in Ludwigsburg und starb am 4. Juni 1875 in Stuttgart. Er war ein deutscher Dichter, Autor von zahlreichen Prosatexten und Pfarrer.

Zwischen 1822-1826 studierte er Theologie am Tübinger Stift. In dieser Zeit entstehen lebenslange Freundschaften: unter anderem mit Wilhelm Wablinger, der den Kontakt zu Friedrich Hölderlein herstellte.

Eines seiner bekanntesten Werke ist der Roman Maler Nolten, der außerdem das populäre Frühlingsgedicht „Er ist’s“ enthält. Eduard Mörike gilt als Vertreter des literarischen Biedermeier. Seine Werke kreisen um die Themen der eigene Heimat, aber auch um düsteren Abgründen, welche sich eher dem Realismus zuordnen lassen. Heute gilt er als einer der bedeutsamsten deutschen Dichter.

Hesse:

Er zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellern des 19. und 20. Jahrhunderts. Seine Werke „Narziss“ und „Goldmund“, „Unterm Rad“ und „Demian“ werden häufig in der Schule gelesen. Neben seiner Arbeit als Schriftsteller hat Hesse auch gemalt. Er wurde am 2. Juli 1877 in Calw im Schwarzwald geboren. Hesses Leben in Calw war geprägt durch pietistische Strenge einerseits und die Weltoffenheit und Belesenheit Eltern andererseits. Nachdem Hesse die Schule absolviert hatte, nahm er in Calw ein Mechaniker-Praktikum auf, brach dieses aber ab und erlernte schließlich den Beruf des Buchhändlers in Tübingen. Sein literarischer Durchbruch kam 1904. Er zog daraufhin an den Bodensee und ließ sich dort als freier Schriftsteller nieder.

Hesse sprach sich schon früh entschieden gegen den Nationalsozialismus aus, indem er zwischen 1914 und 1918 mehrere kriegskritische Aufsätze veröffentlichte. Seine Werke waren unter den Nazis zwar nicht verboten, aber dennoch verschmäht. Zu dieser Zeit wohnte Hesse in der Schweiz und half anderen Autoren und Intellektuellen, wie Thomas Mann auf dem Weg ins Exil. Außerdem hielt er Kontakt zu Exilanten wie Bertolt Brecht.

Hesses Werke sind geprägt durch Fragen der Identität, des Glaubens und der Religion. Im Vordergrund steht die Überwindung persönlicher Krisen. 1946 wird Hesse der Nobelpreis für Literatur verliehen. Er stirbt am 9. August 1962 in der Schweiz.

Tübinger Stift:

Das Tübinger Stift gehört zur evangelischen Landeskirche in Württemberg. Evangelische Studierende, die ein Pfarramt in Württemberg oder das Lehramt an Gymnasien in Baden-Württemberg anstreben, erhalten hier für 9 Semester ein Stipendium. Dieses beinhaltet Verpflegung, Wohnmöglichkeit und wissenschaftlicher Begleitung. Das Stift wurde 1536 von Herzog Ulrich in Tübingen gegründet, um nach der Reformation die theologische Ausbildung begabter Landeskinder zu evangelischen Pfarrern sicherzustellen. Traditionell wird sehr großer Wert auf eine gründliche philosophische, sprachliche und kirchenmusikalische Ausbildung gelegt. Viele bedeutende Theologen, Philosophen, Schriftsteller und andere Gelehrte, die großen Einfluss auf die Entwicklung der deutschen und europäischen Geistesgeschichte hatten, haben hier studiert.

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