COPYRIGHT: KTG Karlsruhe Tourismus GmbH 

Die Idee für das Projekt wurde von einem Mitglied des Vereins entwickelt, einer französischen Studentin aus Nancy, die das Erbe ihrer Stadt als Teil der Abteilung „Kulturtourismus“ des Vereins präsentieren wollte. Für die Präsidentin des Vereins, die in Karlsruhe studiert hatte, war es naheliegend, ein Projekt rund um die Partnerschaft von Nancy und Karlsruhe vorzuschlagen und kulturelle Gemeinsamkeiten zwischen diesen beiden Städten zu finden. Die Erarbeitung erfolgte gemeinsam, so dass das Projekt einem französisch- und deutschsprachigen Publikum zugänglich ist.

Die kulturelle Gemeinsamkeit mit der wir uns Beschäftigen möchten ist: der Jugendstil. 

Eines der Merkmale des Jugendstils ist es, die Kunst für alle und in allen Gegenständen des täglichen Lebens zugänglich zu machen. Diese Idee, die der des Vereins ähnelt, der die Kultur für alle zugänglich machen soll, ermöglicht es heute, ein kulturtouristisches Projekt zu entwickeln, das vorschlägt, die Lebensstile der Zeit zu verstehen, indem es einen populäreren Zugang zur Kunst vorschlägt, der mit einer elitären Vision bricht, die viele Menschen von der Kunst haben können. 

Wie enstand der Jugendstil in Deutschland?

Ursprünglich bezieht sich das Wort Jugend auf die gleichnamige Münchner Zeitschrift, die im Jahre 1896 erstmalig veröffentlicht wurde und in der damals bereits diese neue Kunstrichtung Erwähnung fand. Das Wort bezieht sich auch auf eine Bewegung der Wiener Jugend in einem liberalen politischen Kontext und damit auf einen Generationskonflikt. Diese Bewegung würde sich schnell auf die Künste verbreiten und eine Erneuerung mit sich ziehen. Es gab zwei Lager: das der Traditionalisten und das der Progressiven. Letztere waren neuen Entwicklungen der Industrialisierung ebenso wie neuen künstlerischen Tendenzen (etwa dem Symbolismus oder dem Impressionismus) gegenüber offener. Die neue Kunstbewegung des Jugendstils inspirierte sich in hohem Maße an den Formen der Natur und löste sich so von jeglichen historischen Einflüssen. Dies gelang ihm durch den Einsatz innovativer Dekore, Formen und Materialien. Gleichzeitig förderten die Künstler damit eine ganze Industrie moderner Kunst. Der Jungendstil war also im Kunsthandwerk, doch auch und vor allem in der Architektur vertreten. Es begannen sich mehrere Jugendstil-Hochburgen in Deutschland herauszukristallisieren. Eine davon war Karlsruhe. Die zahlreichen Ausstellungen jener Zeit ermöglichen es deutschen Künstlern bekannt zu werden, insbesondere nach der Leipziger „Sächsisch-Thüringischen Industrie- und Gewerbeausstellung“.

Der Jugendstil hat bis heute viele Spuren in Karlsruhe hinterlassen. Wir laden dich ein zu einer Entdeckungsreise, bei der wir gemeinsam erfahren, wie die Menschen damals lebten!

Aktuell beherbergt das Badische Landesmuseum eine der besten Jugendstilsammlungen des ganzen Landes. Der größte Teil der Sammlung befindet sich im Nebengebäude, dem Museum „beim Markt“. Der Jugendstil ist dort zahlreich vertreten und zusätzlich gibt es eine fast vollständige Sammlung angewandter Kunst, die bis ins heutige Europa reicht.

Die Jugendstil-Objekte stammen aus ganz Europa: Aus dem französischen Nancy sind  Glasarbeiten der Gebrüder Daum und Möbelstücke von Louis Majorelle (für weitere Informationen hierzu besuchen Sie bitte die Seite zum Jugendstil in Nancy) zu sehen, ebenso Exponate aus Großbritannien und aus ganz Deutschland, etwa von Max Laeuger und Hermann Billing.

2. Station: Hof Apotheke 

3. Station: Evangelische Christuskirche Karlsruhe

4. Station: Lutherkirche

Wir haben dein Interesse geweckt?

Geführte Touren durch die Stadt

Man kann Karlsruhe in einer Führung zum Jugendstil erkunden. Die Führungen werden auf Französisch, Deutsch und Englisch angeboten: Reservierungen


Es gibt zwei weitere Touren, diesmal als Gruppe, um den Karlsruher Jugendstil kennenzulernen. Weitere Infos dazu sind hier zu finden: Zentrum, Oststadt


Fahrrad-Touren

Die Stadt bietet auch Fahrrad-Touren auf Deutsch an, bei denen man gemeinsam die Jugendstilgebäude von Karlsruhe entdeckt. Mitzubringen sind ein Fahrrad und Regenkleidung.

Nancy

Im Jahre 1871 wird die Region Elsass-Lothringen von Deutschland annektiert. Die Stadt Nancy wird zu einer Zufluchtsstätte für 10.000 geflohene Menschen aus der Region. Zur gleichen Zeit wird Nancy zu einer industriellen Stadt und zahlreiche Intellektuelle und Industrielle, die auf diesem Gebiet Fuß fassen wollten, zogen dorthin. Einige von ihnen schlossen sich zusammen, um 1901 die Ecole de Nancy zu gründen. Sie nannten sie die „Provinzielle Allianz der Kunstindustrien“ und ihr Leiter war der Glaswerker, Keramiker und Kunsttischler Emile Gallé. Die Kunstrichtung bestand als solche in Nancy bereits vor dem Jahr 1901, da sie bereits in zahlreichen Ausstellungen dargestellt wird. Die erste Ausstellung dieser Art war die „Exposition Internationale des Arts Décoratifs“ (die „Internationale Ausstellung der dekorativen Künste“), die 1894 in Nancy stattfand. Sie war gleichzeitig die erste gemeinsame Veranstaltung der Jugendstil-Künstler Nancys. Im Jahr 1900, beteiligten sich die Künstler an der Weltausstellung in Paris – die Chance, sich einen Namen auf ihrem Gebiet zu machen.

Place Stanislas 

Die Künstler wollten die Kunstobjekte in Szene setzen, indem sie ihnen zusätzlich zur künstlerischen Qualität auch eine soziale Bedeutung verliehen. Dies erlangten sie durch innovative Dekore, Formen und Materialien. Gleichzeitig förderten die Künstler damit eine ganze Industrie moderner Kunst. Der Jungendstil war also im Kunsthandwerk, doch auch und vor allem in der Architektur vertreten. Er  inspirierte sich in hohem Maße von den Formen der Natur und löste sich so von jeglichen historischen Einflüssen. Louis Majorelle vergleichte seinen Garten mit seiner Bibliothek. Die Kunstwerke können zwar einzigartig sein, doch kann man sie auch industriell in großer Zahl herstellen. „Die Kunst in allem“ und „die Kunst für alle“ waren Kerngedanken des Art Nouveau.

Im Jahre 1909 nehmen die Künstler und Industriellen zum letzten Mal gemeinsam an einer Ausstellung teil, nämlich an der „Exposition Internationale de l’Est de la France“ (der Internationalen Ausstellung Ostfrankreichs) in Nancy. Der Jugendstil hat bis heute viele Spuren in Nancy hinterlassen. Nehmen Sie teil an unserer Entdeckungsreise durch Nancy. 

1. Station:Musée de l’Ecole de Nancy (das Jugendstil-Museum der Stadt)

2. Station: Daum Sammlungen 

3. Station: Parc de Saurupt 

4. Station: Villa Majorelle 

Ein Projekt von: Mathilde Chevrier und Anette Haferkorn